EUCHARIUS ROESSLIN
KREUTERBUCH, 1538
EIN UNGEWÖHNLICHES KRÄUTERBUCH
Der Titel des Werks lautet: „Kreuterbuch, von aller Kreuter, Gethier, Gesteine und Metal, Natur, nutz und gebrauch“. Es erschien 1538 bei Christian Egenolff in Frankfurt a.M. Bereits der Titel macht klar, dass es sich bei diesem Werk nicht um ein Kräuterbuch im klassischen Sinn handelt.
Mit der Erstauflage von 1533 bezweckte Roesslin, zwei wichtige Werke in einem handlichen Buch zusammenzufassen und die Inhalte so einer breiten Leserschaft zugänglich zu machen. Das Buch ist in vier Teile gegliedert und behandelt zuerst die Destillierkunst, dann die Tiere, die unbelebte Natur und schliesslich die Pflanzen. Der Beschreibung folgt jeweils die Nutzung. Auf den über 300 Seiten befinden sich fast 250 altkolorierte Holzschnitte, zudem ein Titelholzschnitt und eine Titelbordüre. Der Einband des vorliegenden Exemplars besteht aus einer zweispaltigen, mittelalterlichen Handschrift auf Pergament mit farbiger Initiale H.
Die Holzschnitte stellen Pflanzen, Tiere und die Verarbeitung mineralischer Erden mittels Alchemie dar. Zudem enthält das Werk berühmte Bilder von einem Arzt am Krankenbett, einer Apotheke und Kräutersammlern bei der Arbeit.